Viele Menschen freuen sich, wenn sie einen Igel in ihrem Garten entdecken. Andere wissen jedoch wenig über diese faszinierenden Tiere und betrachten sie manchmal sogar als unerwünschte Gäste. Dabei gehören Igel zu den nützlichsten Wildtieren, die man in einem naturnahen Garten haben kann.
Leider gehen die Bestände in vielen Regionen Europas seit Jahren zurück. Der Verlust geeigneter Lebensräume, der Straßenverkehr und der Einsatz von Pestiziden machen den kleinen Stacheltieren zunehmend zu schaffen. Umso wichtiger ist es, Igel zu schützen und ihnen sichere Rückzugsorte zu bieten.
Der Igel – ein natürlicher Schädlingsbekämpfer
Wer einen Igel im Garten hat, profitiert oft mehr, als ihm bewusst ist. Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen wirbellosen Kleintieren. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Schnecken, Käfer, Raupen, Würmer und andere Gartenbewohner, die Pflanzen schädigen können.
Dadurch helfen Igel auf natürliche Weise dabei, das ökologische Gleichgewicht im Garten zu erhalten. Anders als chemische Schädlingsbekämpfungsmittel belasten sie weder den Boden noch andere nützliche Tiere.
Falsche Vorurteile gegenüber Igeln
Rund um den Igel kursieren bis heute zahlreiche Missverständnisse. Manche Menschen glauben fälschlicherweise, dass Igel Geflügel oder andere Nutztiere gefährden könnten. Tatsächlich sind Igel jedoch Insektenfresser und stellen für Hühner, Kaninchen oder andere Haustiere in der Regel keine Bedrohung dar.
Ihr Interesse gilt vor allem kleinen Wirbellosen, die sie nachts auf ihren Streifzügen finden. Aus diesem Grund sind sie wertvolle Helfer für jeden Gartenbesitzer.
Was tun, wenn ein Igel den Garten besucht?
Wenn ein gesunder Igel regelmäßig im Garten auftaucht, benötigt er meist keine besondere Hilfe. In trockenen Sommern oder während heißer Wetterperioden kann jedoch eine flache Schale mit frischem Wasser sehr hilfreich sein.
Wer zusätzlich füttern möchte, kann gelegentlich hochwertiges Katzenfutter oder kleine Mengen ungewürzten Fleisches anbieten. Wichtig ist dabei, stets frisches Wasser bereitzustellen.
Von Milch sollte dagegen abgesehen werden. Obwohl viele Menschen glauben, Igel würden Milch lieben, kann diese bei den Tieren zu Verdauungsproblemen führen.
Gefahren im Garten vermeiden
Viele moderne Gärten sind für Igel leider gefährlicher, als es auf den ersten Blick erscheint. Chemische Insektizide, Schneckenkorn und andere Pflanzenschutzmittel können nicht nur ihre Nahrungsgrundlage zerstören, sondern auch direkt oder indirekt zur Gefahr werden.
Auch Fallen, tiefe Schächte, ungesicherte Pools oder Mähroboter stellen ein erhebliches Risiko dar. Besonders Mähroboter sollten möglichst nicht nachts eingesetzt werden, da Igel dann aktiv auf Nahrungssuche sind.
So machen Sie Ihren Garten igelfreundlich
Bereits kleine Veränderungen können viel bewirken:
- Laub- und Reisighaufen als Versteckmöglichkeiten liegen lassen
- Naturnahe Gartenecken schaffen
- Auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichten
- Flache Wasserschalen aufstellen
- Durchgänge in Zäunen ermöglichen
- Mähroboter nur tagsüber verwenden
Solche Maßnahmen helfen nicht nur Igeln, sondern fördern auch zahlreiche andere Wildtiere und Bestäuber.
Warum der Schutz von Igeln immer wichtiger wird
Der Rückgang vieler Wildtierarten zeigt, wie wichtig naturnahe Lebensräume geworden sind. Igel gehören zu den bekanntesten Gartenbewohnern Europas und sind ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts.
Jeder Garten kann einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Schon ein kleiner Rückzugsort, etwas Wasser und der Verzicht auf schädliche Chemikalien können den Unterschied machen.
Fazit
Igel sind keine Schädlinge, sondern wertvolle Helfer im Garten. Sie unterstützen die natürliche Kontrolle vieler unerwünschter Insekten und tragen zu einem gesunden Ökosystem bei. Wer seinen Garten igelfreundlich gestaltet, schützt nicht nur eine faszinierende Tierart, sondern fördert auch die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür.
Manchmal braucht es nur wenig, um einem Wildtier das Überleben zu erleichtern. Ein sicherer Garten kann für einen Igel zu einem wichtigen Zufluchtsort werden – und gleichzeitig zu einem Gewinn für die Natur.