Die Pflege von Johannisbeeren nach der Ernte im August und September wird häufig unterschätzt. Dabei ist genau diese Zeit wichtig, um die Sträucher auf den Herbst und Winter vorzubereiten und die Grundlage für eine gute Ernte im nächsten Jahr zu schaffen.
Nach der Ernte sollten Johannisbeersträucher kontrolliert, geschnitten und bei Bedarf gegen Krankheiten und Schädlinge behandelt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, die Pflanzen nicht unnötig mit chemischen Mitteln zu belasten.
Warum sollte man Johannisbeeren nach der Ernte behandeln?
Nach der Fruchtbildung sind die Sträucher oft geschwächt. Gleichzeitig können sich Krankheiten und Schädlinge weiterhin auf Blättern und Trieben befinden.
Eine sorgfältige Pflege im Spätsommer hilft dabei:
- kranke Pflanzenteile zu entfernen;
- die Krone besser zu belüften;
- Schädlinge frühzeitig zu erkennen;
- Pilzkrankheiten einzudämmen;
- die Bildung kräftiger neuer Triebe zu fördern;
- die Pflanzen auf den Winter vorzubereiten.
1. Zuerst den Strauch gründlich kontrollieren
Bevor man irgendein Mittel verwendet, sollte der Johannisbeerstrauch sorgfältig untersucht werden.
Achten Sie auf:
- verfärbte oder fleckige Blätter;
- weißen Belag;
- eingerollte Blätter;
- deformierte Triebe;
- vertrocknete Zweige;
- ungewöhnlich verdickte Knospen;
- Blattläuse und andere sichtbare Schädlinge.
Nicht jede Veränderung ist automatisch ein Grund für eine Behandlung. Entscheidend ist, die Ursache möglichst genau zu erkennen.
2. Alte und kranke Triebe entfernen
Nach der Ernte ist ein leichter Pflegeschnitt besonders sinnvoll.
Sehr alte, schwache, beschädigte oder offensichtlich kranke Triebe können bodennah entfernt werden. Dadurch gelangt mehr Licht in das Innere des Strauches und die Luftzirkulation verbessert sich.
Bei schwarzen Johannisbeeren tragen besonders junge kräftige Triebe in den Folgejahren gut. Deshalb sollte ein überalterter Strauch regelmäßig verjüngt werden.
Wichtig: Nicht wahllos große Mengen gesunder Äste entfernen. Ein zu starker Rückschnitt kann die Pflanze unnötig schwächen.
3. Gefallenes Laub und Pflanzenreste entfernen
Wenn Blätter stark von Pilzkrankheiten befallen sind, sollten sie nicht einfach unter dem Strauch liegen bleiben.
Sammeln Sie stark befallene Blätter und kranke Pflanzenteile ein und entsorgen Sie sie entsprechend. Gesundes organisches Material kann dagegen als Kompost verwendet werden.
Auch Unkraut rund um den Strauch sollte entfernt werden, damit die Pflanze besser belüftet wird und weniger Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe hat.
4. Gegen Pilzkrankheiten behandeln
Nach der Ernte können Johannisbeeren weiterhin von verschiedenen Pilzkrankheiten betroffen sein, beispielsweise Blattfleckenkrankheiten oder Mehltau.
Eine Behandlung sollte jedoch nicht pauschal erfolgen. Wenn keine Anzeichen einer Krankheit vorhanden sind, ist eine vorbeugende Spritzung mit beliebigen Pflanzenschutzmitteln meist nicht notwendig.
Bei einem tatsächlichen Befall sollte ein für Johannisbeeren zugelassenes Pflanzenschutzmittel entsprechend der aktuellen Gebrauchsanweisung eingesetzt werden.
Dabei sind Wartezeiten, Anwendungstermine und die zugelassene Kultur unbedingt zu beachten.
5. Schädlinge kontrollieren
Auch nach der Ernte können verschiedene Schädlinge vorhanden sein. Dazu gehören beispielsweise Blattläuse, Spinnmilben oder bestimmte Raupen.
Bei einem geringen Befall reicht häufig eine mechanische Entfernung oder ein kräftiger Wasserstrahl.
Bei stärkerem Befall sollte zunächst bestimmt werden, welcher Schädling vorliegt. Erst danach sollte ein geeignetes und für Johannisbeeren zugelassenes Mittel verwendet werden.
6. Gegen Johannisbeer-Gallmilben aufmerksam sein
Besonders bei schwarzen Johannisbeeren können ungewöhnlich stark angeschwollene, rundliche Knospen auf einen Befall mit Johannisbeer-Gallmilben hinweisen.
Solche Knospen sollten frühzeitig entfernt werden. Bei starkem Befall ist es sinnvoll, sich über die in der jeweiligen Region zugelassenen Maßnahmen zu informieren.
Eine chemische Behandlung „auf Verdacht“ ist dagegen nicht empfehlenswert.
7. Johannisbeeren im August und September richtig düngen
Nach der Ernte benötigen die Sträucher weiterhin Nährstoffe, allerdings sollte man mit Stickstoff im Spätsommer vorsichtig sein.
Eine starke Stickstoffdüngung kann das Wachstum junger, weicher Triebe fördern, die vor dem Winter nicht ausreichend ausreifen.
Im Spätsommer und Herbst steht deshalb eine ausgewogene Versorgung im Vordergrund. Vor allem Kalium kann bei der Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit eine Rolle spielen.
Am besten richtet sich die Düngung nach dem tatsächlichen Bedarf des Bodens. Eine Bodenanalyse hilft dabei, Überdüngung zu vermeiden.
8. Mulchen nicht vergessen
Eine Schicht aus geeignetem organischem Material kann den Boden vor Austrocknung und starken Temperaturschwankungen schützen.
Geeignet sind beispielsweise:
- reifer Kompost;
- gut verrottetes Laub;
- Rindenhumus;
- anderes geeignetes organisches Mulchmaterial.
Die Mulchschicht sollte nicht direkt am Stamm beziehungsweise an der Basis des Strauches anliegen.
9. Ausreichend, aber nicht übermäßig gießen
Auch nach der Ernte dürfen Johannisbeersträucher bei längerer Trockenheit nicht völlig austrocknen.
Besonders junge Pflanzen benötigen bei heißem und trockenem Wetter eine gleichmäßige Wasserversorgung.
Gleichzeitig sollte Staunässe vermieden werden, da dauerhaft nasser Boden die Wurzeln schädigen kann.
Welche Hausmittel kann man verwenden?
Im Garten kursieren viele Rezepte mit Soda, Jod, Kaliumpermanganat, Asche oder verschiedenen Kräuteraufgüssen.
Solche Hausmittel sind jedoch nicht automatisch wirksam oder sicher. Besonders bei Krankheiten und Schädlingen sollte man zuerst die Ursache feststellen und anschließend eine geeignete Maßnahme auswählen.
Bei zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist die Gebrauchsanweisung maßgeblich.
Was sollte man im August und September nicht tun?
Einige Maßnahmen können den Johannisbeerstrauch mehr schaden als nutzen.
Vermeiden Sie:
- eine starke Stickstoffdüngung im Spätsommer;
- einen radikalen Rückschnitt gesunder Sträucher;
- unnötige Spritzungen ohne erkennbaren Befall;
- das Liegenlassen stark kranker Blätter;
- übermäßiges Gießen;
- die Anwendung nicht zugelassener Pflanzenschutzmittel.
Ein einfacher Pflegeplan nach der Ernte
August:
Nach der Ernte den Strauch kontrollieren, beschädigte und kranke Triebe entfernen, Befall beobachten und bei Bedarf gezielt behandeln.
Ende August bis September:
Unkraut entfernen, den Boden pflegen und bei Trockenheit ausreichend gießen. Die Düngung sollte an Boden und Pflanzenzustand angepasst werden.
Herbst:
Stark befallenes Laub entfernen, den Boden mit geeignetem organischem Material mulchen und den Strauch auf die Winterruhe vorbereiten.
Fazit
Die Frage „Womit soll man Johannisbeeren nach der Ernte im August und September behandeln?“ lässt sich nicht mit einem einzigen Mittel beantworten. Entscheidend ist zunächst, den Zustand des Strauches zu beurteilen.
Gesunde Pflanzen benötigen in vielen Fällen keine chemische Behandlung. Bei Krankheiten oder Schädlingen sollte dagegen gezielt vorgegangen werden. Ein sorgfältiger Pflegeschnitt, die Entfernung kranker Pflanzenteile, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und eine gute Wasserversorgung schaffen die besten Voraussetzungen für kräftige Johannisbeersträucher und eine gute Ernte im kommenden Jahr.
Der Text wurde vom Redaktionsteam mithilfe von KI-Tools aufbereitet. Alle Informationen wurden vor der Veröffentlichung geprüft und redigiert.