Knoblauch lässt sich nicht nur durch einzelne Zehen vermehren. Besonders bei Winterknoblauch mit Blütenstand ist die Vermehrung durch sogenannte Bulbillen (Brutzwiebeln) eine interessante und kostengünstige Methode. Aus den kleinen Luftzwiebeln können neue Knoblauchpflanzen heranwachsen und gesundes Pflanzmaterial für die nächsten Jahre liefern.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie man Knoblauch mit Bulbillen vermehrt, wann die kleinen Brutzwiebeln gepflanzt werden und wie man sie richtig pflegt.
Was sind Bulbillen beim Knoblauch?
Bulbillen sind winzige Luftzwiebeln, die sich bei bestimmten Knoblauchsorten im Blütenstand entwickeln. Sie entstehen anstelle oder neben den Blüten und können nach der Reife als Pflanzmaterial verwendet werden.
Eine einzige Pflanze kann zahlreiche Bulbillen bilden. Dadurch lässt sich mit wenigen Ausgangspflanzen eine große Menge neues Pflanzmaterial gewinnen.
Ein weiterer Vorteil: Über die Bulbillen kann man den eigenen Knoblauchbestand über längere Zeit verjüngen und gesundes Ausgangsmaterial gewinnen.
Wann sammelt man die Bulbillen?
Die kleinen Brutzwiebeln werden normalerweise geerntet, wenn der Blütenstand vollständig ausgereift ist.
Ein typisches Zeichen ist, dass sich die Hülle des Blütenstandes öffnet und die Bulbillen gut entwickelt und fest geworden sind. Die Pflanze beginnt gleichzeitig abzutrocknen.
Den Blütenstand vorsichtig abschneiden und die Bulbillen herauslösen. Anschließend sollten sie an einem trockenen, gut belüfteten Ort vollständig trocknen.
Wann pflanzt man Knoblauch-Bulbillen?
Die beste Pflanzzeit hängt vom Klima und von der Region ab.
Herbstpflanzung
In vielen Regionen ist September bis Oktober eine geeignete Zeit für die Aussaat der Bulbillen. Entscheidend ist, dass der Boden noch bearbeitbar ist und die kleinen Pflanzen vor dem Winter genügend Zeit zur Wurzelbildung bekommen.
Man sollte nicht zu früh pflanzen, damit die jungen Pflanzen nicht unnötig stark wachsen. Gleichzeitig darf die Aussaat nicht so spät erfolgen, dass die Bulbillen vor dem Frost keine Wurzeln mehr bilden können.
Frühjahrspflanzung
Alternativ können Bulbillen im Frühjahr gepflanzt werden, sobald der Boden aufgetaut und ausreichend abgetrocknet ist.
Die Herbstpflanzung hat jedoch den Vorteil, dass die Pflanzen bereits früh im Frühjahr mit dem Wachstum beginnen können.
Wie pflanzt man Bulbillen richtig?
Zunächst wird ein lockeres, unkrautfreies Beet vorbereitet. Der Boden sollte Wasser gut ableiten können.
Die kleinen Bulbillen werden in Reihen gesetzt. Da sie deutlich kleiner als normale Knoblauchzehen sind, müssen sie nicht so tief gepflanzt werden wie ausgewachsene Zehen.
Als grobe Orientierung eignet sich eine Pflanztiefe von etwa 2–4 cm, abhängig von Größe und Bodenbeschaffenheit.
Zwischen den Reihen sollte ausreichend Platz bleiben, damit die Pflanzen später problemlos gepflegt werden können.
Nach dem Pflanzen wird die Erde leicht angedrückt und bei trockenem Boden vorsichtig bewässert.
Welche Erde eignet sich?
Knoblauch bevorzugt einen lockeren, fruchtbaren und gut drainierten Boden. Schwere Böden sollten gegebenenfalls mit organischem Material verbessert werden.
Sehr wichtig ist, dass sich auf dem Beet keine Staunässe bildet. Gerade kleine Bulbillen können in dauerhaft nassem Boden leicht faulen.
Vor der Pflanzung kann reifer Kompost eingearbeitet werden. Bei mineralischen Düngern sollte man sich möglichst an die tatsächliche Nährstoffversorgung des Bodens orientieren.
Pflege nach der Aussaat
Nach dem Auflaufen benötigen die jungen Knoblauchpflanzen vor allem ausreichend Licht, eine lockere Bodenoberfläche und regelmäßige Unkrautkontrolle.
Unkraut sollte möglichst früh entfernt werden, da kleine Knoblauchpflanzen schnell überwachsen werden können.
Bei längeren Trockenperioden ist eine mäßige Bewässerung sinnvoll. Staunässe sollte dagegen unbedingt vermieden werden.
Was entsteht im ersten Jahr?
Hier liegt ein wichtiger Unterschied zur Vermehrung durch Knoblauchzehen.
Aus einer Bulbille entsteht im ersten Jahr häufig eine einzelne kleine Knoblauchzwiebel, die oft als Rundknolle bezeichnet wird. Sie besteht noch nicht unbedingt aus mehreren großen Zehen.
Diese kleinen Rundknollen können anschließend weiter kultiviert werden.
Im nächsten Anbaujahr entwickeln sich daraus größere Knollen, die schließlich mehrere Zehen bilden können.
Warum lohnt sich die Vermehrung durch Bulbillen?
Diese Methode hat mehrere Vorteile:
- Man benötigt nur wenige Ausgangspflanzen.
- Eine Pflanze kann zahlreiche Bulbillen liefern.
- Das Pflanzmaterial lässt sich selbst gewinnen.
- Die Methode ist kostengünstig.
- Der eigene Knoblauchbestand kann schrittweise vermehrt werden.
- Rundknollen können als gesundes Pflanzmaterial für die weitere Vermehrung dienen.
Häufige Fehler bei der Vermehrung
Ein häufiger Fehler ist die Verwendung unreifer Bulbillen. Sie sollten vollständig entwickelt und trocken sein.
Auch eine zu tiefe Pflanzung ist ungünstig, besonders bei sehr kleinen Bulbillen. Sie haben weniger Reserven als große Knoblauchzehen und benötigen deshalb einen lockeren Boden.
Ein weiterer Fehler ist zu häufiges Gießen. Knoblauch liebt Feuchtigkeit während des Wachstums, aber keine dauerhaft nasse Erde.
Muss man die Bulbillen vor dem Pflanzen sortieren?
Ja, eine Sortierung kann sinnvoll sein. Sehr kleine, beschädigte oder offensichtlich kranke Bulbillen sollten aussortiert werden.
Gesunde, feste und gut entwickelte Bulbillen liefern die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Anzucht.
Kann man Bulbillen direkt nach der Ernte pflanzen?
Ja, grundsätzlich können reife Bulbillen nach entsprechender Vorbereitung direkt für die Herbstpflanzung verwendet werden. Sie sollten allerdings gut ausgereift und trocken sein.
Wer das Pflanzmaterial lagern möchte, bewahrt es bis zur Aussaat an einem trockenen, gut belüfteten Ort auf und schützt es vor Feuchtigkeit.
Fazit
Knoblauch mit Bulbillen zu vermehren ist eine einfache und günstige Möglichkeit, selbst neues Pflanzmaterial zu gewinnen. Besonders die Herbstpflanzung von September bis Oktober eignet sich in vielen Regionen, wobei der genaue Zeitpunkt vom örtlichen Klima und Wetter abhängt.
Im ersten Jahr entstehen häufig kleine Rundknollen. Diese werden im folgenden Jahr weiter kultiviert und können schließlich große Knoblauchknollen mit mehreren Zehen hervorbringen.
Der Text wurde vom Redaktionsteam mithilfe von KI-Tools aufbereitet. Alle Informationen wurden vor der Veröffentlichung geprüft und redigiert.