Der August ist für Erdbeeren eine besonders wichtige Zeit. Auch wenn die Ernte bereits vorbei ist, werden jetzt die Grundlagen für die nächste Saison gelegt. Wer seine Erdbeerpflanzen im Spätsommer richtig pflegt, kann im kommenden Jahr mit kräftigen Pflanzen, vielen Blüten und einer reichen Erdbeerernte rechnen.
Warum ist der August für Erdbeeren so wichtig?
Nach der Ernte brauchen Erdbeerpflanzen Zeit, um neue Blätter und kräftige Wurzeln zu bilden. Gleichzeitig werden die Blütenanlagen für die nächste Saison entwickelt. Deshalb sollte man Erdbeeren im August nicht einfach sich selbst überlassen.
Mit einigen einfachen Pflegemaßnahmen können Sie die Pflanzen stärken und ihnen optimale Bedingungen für den Winter und die nächste Ernte schaffen.
1. Alte Blätter zurückschneiden
Nach der Ernte können ältere und beschädigte Blätter entfernt werden. Besonders Blätter mit Flecken, trockenen Stellen oder sichtbaren Krankheitssymptomen sollten nicht an der Pflanze bleiben.
Beim Schneiden ist jedoch Vorsicht geboten: Das Herz der Erdbeerpflanze darf nicht verletzt werden. Gesunde junge Blätter sollten möglichst erhalten bleiben.
Das entfernte Pflanzenmaterial sollte anschließend aus dem Beet entfernt werden, damit sich Krankheiten und Schädlinge nicht unnötig ausbreiten.
2. Erdbeeren im August richtig düngen
Nach der Ernte benötigen Erdbeeren Nährstoffe, damit sie neue Blätter und kräftige Wurzeln entwickeln können. Eine ausgewogene Düngung kann dabei helfen, die Pflanzen für die kommende Saison zu stärken.
Besonders wichtig ist, nicht übermäßig mit Stickstoff zu düngen. Zu viel Stickstoff kann zwar für üppiges Blattwachstum sorgen, ist aber nicht unbedingt vorteilhaft für die spätere Fruchtbildung.
Am besten eignet sich ein Dünger, der speziell für Beerenpflanzen oder Erdbeeren geeignet ist. Die Dosierung sollte sich immer nach den Angaben des Herstellers richten.
3. Ausreichend gießen
Der August kann heiß und trocken sein. Erdbeeren reagieren empfindlich auf längere Trockenperioden, insbesondere wenn sie gerade neue Wurzeln und Blätter bilden.
Bei trockenem Wetter sollte das Beet deshalb regelmäßig und gründlich gegossen werden. Besser ist es, seltener, dafür durchdringend zu gießen, anstatt jeden Tag nur kleine Mengen Wasser zu geben.
Idealerweise wird morgens gegossen. So können die Pflanzen das Wasser während des Tages aufnehmen.
4. Erdbeerbeet von Unkraut befreien
Unkraut konkurriert mit Erdbeeren um Wasser und Nährstoffe. Deshalb lohnt es sich, das Beet im August gründlich zu jäten.
Dabei sollte der Boden rund um die Pflanzen vorsichtig gelockert werden. Zu tiefes Hacken ist jedoch nicht empfehlenswert, da Erdbeeren relativ flache Wurzeln besitzen und diese leicht beschädigt werden können.
5. Ausläufer richtig behandeln
Viele Erdbeersorten bilden im Sommer zahlreiche Ausläufer. Wer neue Erdbeerpflanzen gewinnen möchte, kann kräftige Ausläufer bewurzeln lassen.
Dazu wird eine gesunde Jungpflanze vorsichtig in einem kleinen Topf mit Erde fixiert. Sobald sie ausreichend Wurzeln gebildet hat, kann sie von der Mutterpflanze getrennt und an ihren endgültigen Standort gesetzt werden.
Schwache oder überzählige Ausläufer können dagegen entfernt werden. So muss die Mutterpflanze ihre Kraft nicht unnötig in die Bildung zahlreicher Jungpflanzen investieren.
6. Mulchen schützt den Boden
Eine dünne Mulchschicht kann dem Erdbeerbeet zugutekommen. Sie hilft dabei, die Bodenfeuchtigkeit länger zu erhalten und das Wachstum von Unkraut zu reduzieren.
Geeignet sind beispielsweise gut verrotteter Kompost oder andere geeignete organische Materialien. Wichtig ist, dass das Pflanzenherz nicht vollständig bedeckt wird.
7. Alte Erdbeerpflanzen überprüfen
Nicht jede Erdbeerpflanze muss über viele Jahre am selben Standort bleiben. Besonders ältere Pflanzen lassen häufig in ihrer Ertragsleistung nach.
Der August ist deshalb ein guter Zeitpunkt, das Beet zu kontrollieren: Welche Pflanzen sind kräftig und gesund? Welche haben nur wenige Früchte getragen oder zeigen deutliche Schwächen?
Schwache Pflanzen können nach und nach ersetzt werden. So lässt sich das Erdbeerbeet für die nächste Saison gezielt verjüngen.
8. Krankheiten und Schädlinge kontrollieren
Wer im kommenden Jahr gesunde Erdbeeren ernten möchte, sollte bereits im August aufmerksam sein. Kontrollieren Sie Blätter, Triebe und den Boden rund um die Pflanzen regelmäßig.
Flecken auf den Blättern, welke Pflanzenteile oder Fraßspuren können Hinweise auf Krankheiten oder Schädlinge sein. Befallene Pflanzenteile sollten möglichst früh entfernt werden.
Erdbeeren im August: Die wichtigsten Aufgaben im Überblick
Damit Sie nichts vergessen, finden Sie hier eine kurze Checkliste:
- alte und kranke Blätter vorsichtig entfernen
- Erdbeeren bei Trockenheit regelmäßig gießen
- Pflanzen nach der Ernte bedarfsgerecht düngen
- Unkraut aus dem Beet entfernen
- Boden vorsichtig lockern
- kräftige Ausläufer für neue Pflanzen nutzen
- überzählige Ausläufer entfernen
- Beet bei Bedarf mulchen
- Pflanzen regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge kontrollieren
- schwache oder sehr alte Pflanzen ersetzen
Fazit
Der August ist keineswegs eine Ruhezeit für Erdbeeren. Gerade jetzt entscheidet sich zu einem großen Teil, wie kräftig die Pflanzen in die nächste Saison starten. Mit der richtigen Pflege, ausreichend Wasser, einer passenden Nährstoffversorgung und einem sauberen Beet schaffen Sie gute Voraussetzungen für viele gesunde Blüten und eine reiche Erdbeerernte im nächsten Sommer.
Wer seine Erdbeeren nach der Ernte nicht vernachlässigt, wird die Arbeit im kommenden Jahr mit kräftigen Pflanzen und aromatischen Früchten belohnt.