Wenn junge Setzlinge lang, dünn und schwach werden und sich zum Licht strecken, ist das meist ein Zeichen für zu wenig Licht, zu hohe Temperaturen oder eine ungünstige Pflege. Solche Pflanzen wirken oft instabil und können nach dem Auspflanzen empfindlicher auf Kälte reagieren.
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Entwicklung jedoch in die richtige Richtung lenken. Besonders wichtig ist es, nicht nur das Wachstum der Blätter zu fördern, sondern auch einen kräftigen und gut entwickelten Wurzelballen aufzubauen.
Warum werden Setzlinge lang und dünn?
Vergeilte Jungpflanzen entstehen häufig durch eine Kombination mehrerer Faktoren:
- zu wenig Licht;
- zu hohe Raumtemperatur;
- zu dicht stehende Pflanzen;
- übermäßiges Gießen;
- fehlende Luftzirkulation.
Vor allem bei Tomaten, Paprika, Gurken und anderen wärmeliebenden Pflanzen kann eine zu warme Umgebung bei gleichzeitig wenig Licht schnell zu langen, dünnen Stängeln führen.
Der wichtigste Trick: Wurzeln stärken
Ein kräftiges Wurzelsystem ist die Grundlage für gesunde Pflanzen. Es ermöglicht ihnen, Wasser und Nährstoffe besser aufzunehmen und unterstützt eine stabile Entwicklung nach dem Auspflanzen.
Damit die Wurzeln kräftig wachsen, sollten Sie:
- die Setzlinge möglichst hell aufstellen;
- nicht ständig kleine Mengen Wasser geben;
- erst gießen, wenn die obere Erdschicht leicht abgetrocknet ist;
- Staunässe vermeiden;
- bei Bedarf geeignete Pflanzennahrung in der empfohlenen Dosierung verwenden.
Auch das vorsichtige Pikieren und Umtopfen kann bei bestimmten Pflanzen die Bildung eines kräftigeren Wurzelsystems fördern.
Licht ist entscheidend
Auch das beste Wurzelwachstum kann zu wenig Licht nicht vollständig ausgleichen. Deshalb sollten Setzlinge an einem möglichst hellen Standort stehen.
Bei zu wenig natürlichem Licht kann eine geeignete Pflanzenbeleuchtung hilfreich sein. Wichtig ist außerdem, die Pflanzen nicht zu eng aneinanderzustellen, damit alle ausreichend Licht bekommen.
Nicht zu warm halten
Viele Setzlinge benötigen nach der Keimung nicht dauerhaft hohe Temperaturen. Ist es sehr warm und gleichzeitig dunkel, wachsen die oberirdischen Pflanzenteile schnell in die Höhe.
Ein etwas kühlerer, heller Standort kann deshalb dazu beitragen, dass die Pflanzen kompakter und stabiler wachsen.
Setzlinge richtig abhärten
Bevor die jungen Pflanzen ins Freiland oder ins Gewächshaus kommen, sollten sie schrittweise an die Bedingungen draußen gewöhnt werden.
Beginnen Sie einige Tage vor dem Auspflanzen damit, die Pflanzen zunächst für kurze Zeit nach draußen zu stellen. Verlängern Sie die Aufenthaltsdauer allmählich und schützen Sie sie zunächst vor starkem Wind und intensiver Mittagssonne.
So können die Setzlinge den Wechsel besser verkraften.
Was tun mit bereits vergeilten Setzlingen?
Schwache, lang gewachsene Pflanzen müssen nicht automatisch entsorgt werden. Je nach Pflanzenart kann man beim Umpflanzen einen Teil des langen Stängels tiefer setzen. Bei Tomaten ist dies beispielsweise möglich, da sie entlang des eingegrabenen Stängels zusätzliche Wurzeln bilden können.
Bei anderen Pflanzen sollte man dagegen vorsichtiger sein und die jeweilige Pflanzart berücksichtigen.
Häufige Fehler vermeiden
Damit die Jungpflanzen kräftig wachsen, sollten Sie:
- nicht zu dicht aussäen;
- Staunässe vermeiden;
- ausreichend Licht bereitstellen;
- die Raumtemperatur im Blick behalten;
- nicht übermäßig düngen;
- die Pflanzen rechtzeitig abhärten.
Besonders wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Licht, Temperatur, Wasser und Nährstoffen.
Fazit
Starke Setzlinge beginnen mit einem gesunden Wurzelsystem. Wenn junge Pflanzen zu lang und dünn werden, sollten Sie zunächst die Lichtverhältnisse, Temperatur und Bewässerung überprüfen. Eine gute Wurzelentwicklung, ausreichend Licht und eine schrittweise Abhärtung helfen den Pflanzen, kompakter und widerstandsfähiger zu wachsen.
So starten Tomaten, Paprika, Gurken und andere Jungpflanzen deutlich besser in die Gartensaison und können sich nach dem Auspflanzen kräftig weiterentwickeln.