Hagebuttenwein-Rezept: So machen Sie das köstliche, 100 Jahre alte Traditionsgetränk selbst

Wenn die Tage kürzer werden und der Herbst die Hecken in leuchtendes Rot taucht, schlägt die Stunde der Hagebutten. Die kleinen Vitamin-C-Bomben sind nicht nur perfekt für Tee oder Marmelade, sondern auch die Basis für eine echte Rarität: selbstgemachten Hagebuttenwein.

Dieses traditionelle Rezept, das seit über 100 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wird, verwandelt die wilden Früchte in einen edlen, bernsteinfarbenen Likörwein. Er erinnert geschmacklich an schweren Sherry oder Portwein und ist das perfekte Getränk für gemütliche Winterabende.

Warum Hagebuttenwein ein echtes Highlight ist

Hagebutten (die Früchte der Wildrose) bringen von Natur aus alles mit, was ein guter Fruchtwein braucht: ein intensives Aroma, feine Fruchtsäuren und eine wunderschöne Farbe. Das Besondere an diesem alten Rezept ist, dass die Hagebutten nach dem ersten Frost geerntet werden – dann sind sie weicher und der Zuckergehalt ist am höchsten.

Die Zutaten für den traditionellen Hagebuttenwein

Für einen Ballon (ca. 10 Liter) des traditionellen Weins benötigen Sie:

  • 3 kg frische Hagebutten (am besten nach dem ersten Frost gepflückt)
  • 3 kg Zucker
  • 7 bis 8 Liter Wasser
  • 1 Kapsel Reinzuchthefe (z. B. Portwein- oder Sherry-Hefe)
  • Hefenährsalz (nach Packungsanleitung)

Zubehör-Tipp: Sie benötigen einen Gärballon (10–15 Liter) mit einem passenden Gärproppen und einem Gärbecher (Gärspund), damit die Gase entweichen können, aber kein Sauerstoff an den Wein gelangt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gelingt das 100 Jahre alte Rezept

1. Die Vorbereitung der Früchte

Waschen Sie die Hagebutten gründlich und entfernen Sie Stiele und Blütenansätze. Die Nüsschen (Samen) im Inneren müssen nicht entfernt werden. Schneiden Sie die Hagebutten entweder in der Mitte durch oder hacken Sie sie grob in einer Küchenmaschine, damit die Hefe an das Fruchtfleisch gelangt.

2. Der Zuckeransatz

Kochen Sie ca. 3 Liter des Wassers auf und lösen Sie den Zucker vollständig darin auf. Lassen Sie dieses Zuckerwasser abkühlen, bis es lauwarm ist.

3. Die Gärung starten

Geben Sie die zerkleinerten Hagebutten in den sterilisierten Gärballon. Gießen Sie das Zuckerwasser sowie das restliche kalte Wasser darüber. Fügen Sie nun die Reinzuchthefe und das Hefenährsalz hinzu. Schütteln Sie den Ballon gut durch.

4. Die Ruhephase (Die Hauptgärung)

Verschließen Sie den Ballon mit dem Gärspund (mit etwas Wasser befüllt). Stellen Sie den Gärballon an einen warmen Ort (ca. 20 °C bis 22 °C). Schon nach wenigen Tagen beginnt der Wein kräftig zu blubbern. Lassen Sie den Ansatz dort für ca. 6 bis 8 Wochen stehen, bis die Gärung nachlässt (wenn kaum noch Blasen aufsteigen).

5. Abseihen und Reifen

Gießen Sie den Wein durch ein feines Tuch oder einen Pressbeutel, um die Fruchtreste vom Saft zu trennen. Füllen Sie den klaren Wein zurück in den gesäuberten Ballon und lassen Sie ihn an einem kühleren Ort (z. B. im Keller) für weitere 2 bis 3 Monate klären. Danach kann der Hagebuttenwein in Flaschen abgefüllt werden.

Wie schmeckt Hagebuttenwein und wie lagert man ihn?

Je älter der Hagebuttenwein wird, desto besser schmeckt er. Nach etwa einem Jahr Lagerung in der Flasche entwickelt er ein tiefes, komplexes Aroma, das perfekt zu dunklem Fleisch, Käseplatten oder einfach als Digestif nach dem Essen passt.

  • Lagerung: Dunkel und kühl lagern. Dank des relativ hohen Alkohol- und Zuckergehalts hält sich dieser Wein problemlos mehrere Jahre.

Fazit: Geduld, die sich auszahlt

Die Herstellung von Hagebuttenwein nach diesem 100 Jahre alten Rezept erfordert etwas Geduld – von der Ernte im herbstlichen Wald bis zum ersten Schluck im tiefsten Winter. Doch der Lohn ist ein absolut einzigartiges, naturbelassenes Getränk, das man im Supermarkt vergeblich sucht. Ein echter Genuss und ein tolles Geschenk aus der eigenen Naturküche!

Leave a Comment