Im Herbst wandern große Mengen an Gartenabfällen auf den Kompost: Rasenschnitt, Laub, abgestorbene Pflanzenreste und kleine Zweige. Eigentlich ist diese Zeit ideal, um wertvollen Humus für die nächste Gartensaison zu gewinnen. Doch manchmal verwandelt sich der Komposthaufen plötzlich in eine nasse, matschige und unangenehm riechende Masse.
Der Grund liegt häufig nicht im Herbst selbst, sondern in einem falschen Verhältnis der Materialien. Besonders problematisch kann es werden, wenn nach dem letzten Rasenmähen große Mengen feuchten Rasenschnitts und nasses Laub gleichzeitig auf den Kompost kommen.
Warum wird Herbstkompost so nass?
Für eine gute Kompostierung braucht der Haufen vor allem ein ausgewogenes Verhältnis zwischen feuchten, stickstoffreichen und trockenen, kohlenstoffreichen Materialien.
Frischer Rasenschnitt enthält viel Wasser und zersetzt sich sehr schnell. Auch frisch gefallenes Laub kann große Mengen Feuchtigkeit speichern. Werden beide Materialien in dicken Schichten aufeinandergelegt, kann die Luft im Kompost kaum noch zirkulieren.
Das führt zu Sauerstoffmangel. Statt einer gut belüfteten Kompostierung beginnen dann anaerobe Prozesse, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sein können.
Rasenschnitt nicht in dicken Schichten hinzufügen
Nach dem letzten Mähen ist es verlockend, den gesamten Rasenschnitt einfach auf den Kompost zu kippen. Genau das kann jedoch Probleme verursachen.
Frisches Gras kann schnell zusammenkleben und eine dichte, feuchte Schicht bilden. Besonders wenn der Rasenschnitt sehr nass ist, verschlechtert sich die Belüftung des Komposthaufens.
Besser ist es, den Rasenschnitt nur in dünnen Schichten einzubauen und ihn mit trockenem Material zu vermischen.
Geeignet sind beispielsweise:
- trockenes Herbstlaub,
- kleine Zweige,
- gehäckseltes Holz,
- trockenes Stroh,
- zerkleinerter Karton oder unbeschichtetes Papier.
So entstehen Luftzwischenräume und die Feuchtigkeit kann sich besser verteilen.
Auch Laub kann zum Problem werden
Herbstlaub ist grundsätzlich ein hervorragendes Kompostmaterial. Trotzdem sollte man große Mengen davon nicht einfach zu einem dichten Teppich aufschichten.
Nasses Laub kann zusammenkleben und den Kompost verdichten. Besonders ungünstig ist eine dicke Schicht aus feuchten Blättern, die kaum von anderen Materialien durchmischt wird.
Wer große Mengen Laub vom Rasen entfernt, sollte es deshalb möglichst zerkleinern, beispielsweise mit einem Rasenmäher oder Häcksler. Kleine Blattstücke zersetzen sich schneller und lassen sich besser mit anderen Kompostmaterialien vermischen.
Das richtige Verhältnis ist entscheidend
Ein gesunder Kompost braucht eine Mischung aus verschiedenen organischen Materialien. Vereinfacht gesagt sollte auf feuchtes, stickstoffreiches Material immer auch trockenes, strukturreiches Material folgen.
Rasenschnitt gehört eher zu den feuchten und stickstoffreichen Bestandteilen. Trockene Zweige, Laub und holzige Gartenreste liefern dagegen mehr Kohlenstoff und sorgen für Struktur.
Deshalb ist es besser, nicht wochenlang nur Laub oder Rasenschnitt zu sammeln und anschließend alles auf einmal auf den Kompost zu geben. Kleine, gemischte Schichten funktionieren meist deutlich besser.
Was tun, wenn der Kompost bereits stinkt?
Wenn der Komposthaufen bereits unangenehm riecht und sehr nass geworden ist, muss man ihn nicht sofort aufgeben.
Zunächst sollte das Material vorsichtig aufgelockert und durchmischt werden. Dabei können trockene und strukturreiche Materialien untergemischt werden.
Besonders hilfreich sind trockene Zweige, gehäckseltes Holz, trockenes Laub oder zerkleinerter Karton. Diese Materialien können überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen und gleichzeitig die Luftzirkulation verbessern.
Der Kompost sollte anschließend nicht vollständig luftdicht abgedeckt werden. Er braucht weiterhin ausreichend Sauerstoff und sollte vor dauerhaftem Durchweichen geschützt werden.
Zu viel Feuchtigkeit erkennen
Ein gut gepflegter Kompost sollte weder staubtrocken noch völlig durchnässt sein. Die Masse sollte sich feucht anfühlen, aber nicht tropfnass sein.
Ein einfacher Test: Nimmt man eine Handvoll Kompostmaterial und drückt es zusammen, sollte es leicht feucht bleiben. Wenn Wasser herausläuft oder die Masse stark zusammenklebt, ist wahrscheinlich zu viel Feuchtigkeit vorhanden.
Dann sollte mehr trockenes, lockeres Material hinzugefügt werden.
Was gehört im Herbst nicht auf den Kompost?
Nicht jeder Gartenabfall ist für den Kompost geeignet. Kranke Pflanzenreste sollten mit Vorsicht behandelt werden, insbesondere wenn der Komposthaufen keine ausreichend hohen Temperaturen erreicht.
Auch große Mengen von Unkraut mit bereits ausgereiften Samen können problematisch sein. Ebenso gehören tierische Produkte, behandeltes Holz, Plastik und andere nicht kompostierbare Materialien nicht auf den normalen Gartenkompost.
Bei Laub sollte man ebenfalls auf die Herkunft achten und stark befallenes Pflanzenmaterial nicht unkritisch in den Kompost geben.
Herbst ist die ideale Zeit zum Ausgleichen
Der Herbst bietet eine gute Gelegenheit, den Kompost für die kalte Jahreszeit richtig vorzubereiten. Wenn nach dem letzten Mähen viel Rasenschnitt vorhanden ist, sollte dieser nicht einfach als dicke Schicht auf dem Kompost landen.
Besser ist eine Mischung aus Rasenschnitt, Laub und strukturreichem Material. Je abwechslungsreicher der Kompost aufgebaut ist, desto leichter lassen sich Feuchtigkeit, Luft und Zersetzung ausbalancieren.
Auch gelegentliches Umsetzen kann helfen, verdichtete Bereiche aufzulockern und Sauerstoff in den Haufen zu bringen.
Fazit: Das Problem liegt oft im falschen Materialmix
Wenn sich der Herbstkompost in eine nasse und stinkende Masse verwandelt, liegt die Ursache häufig in zu viel feuchtem Material. Besonders große Mengen frischen Rasenschnitts und nassen Laubs können den Kompost verdichten und die Luftzirkulation behindern.
Die Lösung ist meist einfach: feuchte Gartenabfälle mit trockenem, strukturreichem Material mischen, dicke Schichten vermeiden und den Kompost regelmäßig kontrollieren.
So kann aus Herbstlaub und Gartenabfällen Schritt für Schritt wertvoller Humus entstehen, der im nächsten Frühjahr wieder im Garten eingesetzt werden kann.
Der Text wurde vom Redaktionsteam mithilfe von KI-Tools aufbereitet. Alle Informationen wurden vor der Veröffentlichung geprüft und redigiert.