Absenker – Einer der schönsten Gartentricks zur Pflanzenvermehrung

Es gibt viele Möglichkeiten, Pflanzen zu vermehren, doch kaum eine Methode ist so einfach und natürlich wie das Absenken. Dabei bleibt der neue Trieb zunächst mit der Mutterpflanze verbunden und bildet erst dann eigene Wurzeln. Man könnte sagen: Die junge Pflanze lernt zunächst in Sicherheit, bevor sie selbstständig wird.

Diese traditionelle Vermehrungsmethode wird seit Generationen von Gärtnern genutzt und eignet sich besonders gut für Brombeeren, Weinreben, Himbeeren und viele Ziersträucher.

Wie funktioniert das Absenken?

Beim Absenken wird ein langer, gesunder Trieb vorsichtig zum Boden gebogen. Ein Teil des Triebes wird mit Erde bedeckt und fixiert, während die Triebspitze weiterhin aus der Erde herausragt.

Da der Trieb weiterhin von der Mutterpflanze mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird, kann er in Ruhe neue Wurzeln bilden. Erst wenn ein kräftiges Wurzelsystem entstanden ist, wird die Verbindung zur Mutterpflanze getrennt.

Warum ist diese Methode so erfolgreich?

Der große Vorteil liegt darin, dass die junge Pflanze während der Bewurzelung nicht auf sich allein gestellt ist. Dadurch ist die Erfolgsquote deutlich höher als bei vielen Stecklingen.

Weitere Vorteile:

  • Sehr einfache Durchführung
  • Kaum spezielles Werkzeug erforderlich
  • Hohe Anwuchsrate
  • Genetisch identische Nachkommen
  • Ideal für Hobbygärtner

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Geeigneten Trieb auswählen

Wählen Sie einen gesunden, langen und biegsamen Trieb aus, der sich problemlos bis zum Boden herunterbiegen lässt.

2. Boden vorbereiten

Lockern Sie die Erde an der gewünschten Stelle auf und entfernen Sie Unkraut.

3. Trieb befestigen

Legen Sie den mittleren Teil des Triebes in eine kleine Mulde und befestigen Sie ihn mit einem Drahtbügel oder einem Haken im Boden.

4. Mit Erde bedecken

Bedecken Sie die befestigte Stelle mit einigen Zentimetern Erde. Die Triebspitze sollte sichtbar bleiben.

5. Feucht halten

Während der Bewurzelungsphase sollte die Erde regelmäßig feucht gehalten werden.

Warum der Juni besonders geeignet ist

Im Juni befinden sich viele Pflanzen in einer intensiven Wachstumsphase. Die Triebe sind kräftig, flexibel und verfügen über ausreichend Zeit, bis zum Herbst ein gutes Wurzelsystem auszubilden.

Deshalb gilt der Frühsommer als einer der besten Zeitpunkte für diese Vermehrungsmethode.

Besonders geeignet für Brombeeren und Weinreben

Brombeeren und Weinreben reagieren besonders gut auf das Absenken. Oft bilden sie innerhalb weniger Wochen erste Wurzeln. Bis zum Ende der Saison entstehen daraus kräftige Jungpflanzen, die später an einen neuen Standort umgesetzt werden können.

Wann wird die neue Pflanze getrennt?

Sobald sich ausreichend Wurzeln gebildet haben – meist im Herbst oder im folgenden Frühjahr – kann die Verbindung zur Mutterpflanze durchtrennt werden. Die junge Pflanze wird anschließend vorsichtig ausgegraben und an ihrem endgültigen Standort eingepflanzt.

Fazit

Das Absenken gehört zu den einfachsten und zuverlässigsten Methoden der Pflanzenvermehrung. Weil die junge Pflanze während der Bewurzelung weiterhin mit der Mutterpflanze verbunden bleibt, gelingt die Vermehrung besonders sicher. Wer Brombeeren, Weinreben oder andere Sträucher im Garten hat, sollte diesen bewährten Gartentrick unbedingt ausprobieren.

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