Nach der Himbeerernte ist die Arbeit im Garten noch nicht vorbei. Gerade Himbeeren nach der Ernte richtig zu schneiden, gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen. Ein gezielter Rückschnitt schafft Platz für neue Triebe, verbessert die Belüftung und kann dazu beitragen, dass die Pflanzen im nächsten Jahr gesund und kräftig wachsen.
Dabei kommt es vor allem darauf an, zu wissen, welche Himbeersorte im Garten wächst. Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren werden nämlich unterschiedlich geschnitten.
Warum sollte man Himbeeren nach der Ernte schneiden?
Himbeersträucher bilden jedes Jahr neue Triebe. Bei Sommerhimbeeren tragen in der Regel die zweijährigen Ruten Früchte. Nach der Ernte haben diese Ruten ihre Aufgabe erfüllt.
Wer sie einfach stehen lässt, macht den Strauch unnötig dicht. Alte Ruten können Platz wegnehmen und die Durchlüftung erschweren.
Durch den richtigen Rückschnitt gelangt mehr Licht und Luft an die jungen Triebe. Gleichzeitig wird verhindert, dass zu viele Ruten miteinander konkurrieren.
Sommerhimbeeren richtig schneiden
Bei Sommerhimbeeren ist der Zeitpunkt nach der Ernte besonders wichtig.
Die Ruten, die in diesem Jahr Früchte getragen haben, werden direkt nach der Ernte bodennah entfernt. Sie sind daran zu erkennen, dass sie häufig älter und verholzt wirken.
Junge, kräftige Triebe, die in diesem Jahr neu gewachsen sind, bleiben stehen. Sie bilden die Grundlage für die Ernte im kommenden Sommer.
Nicht alle jungen Triebe stehen lassen
Ein häufiger Fehler besteht darin, einfach jeden neuen Trieb wachsen zu lassen.
Zu viele Ruten führen zu einem dichten Bestand. Deshalb sollten schwache, beschädigte oder ungünstig stehende Triebe entfernt werden.
Gesunde und kräftige Ruten können dagegen erhalten bleiben.
Herbsthimbeeren werden anders geschnitten
Bei Herbsthimbeeren ist der Rückschnitt einfacher.
Diese Sorten tragen ihre Früchte überwiegend an den Trieben, die im selben Jahr gewachsen sind. Deshalb kann man bei vielen Herbsthimbeeren nach Abschluss der Ernte die Ruten zurückschneiden.
Je nach Sorte und gewünschtem Anbauverfahren gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Wer jedes Jahr eine Herbsternte möchte, schneidet die Ruten häufig nach dem Ende der Ernte zurück.
Wichtig ist deshalb, die Sorte zu kennen, bevor man zur Gartenschere greift.
Der häufigste Fehler: Sommer- und Herbsthimbeeren verwechseln
Viele Probleme beim Himbeerschnitt entstehen dadurch, dass alle Himbeeren gleich behandelt werden.
Wenn man eine Sommerhimbeere komplett zurückschneidet, können die Ruten fehlen, die im nächsten Jahr Früchte tragen würden.
Umgekehrt kann bei Herbsthimbeeren ein unnötiges Belassen alter Ruten zu einem dichten Bestand führen.
Deshalb gilt: Erst die Sorte bestimmen, dann schneiden.
So schneiden Sie Himbeeren richtig
Für den Rückschnitt benötigen Sie eine scharfe und saubere Gartenschere.
Entfernen Sie zunächst die Ruten, die bereits Früchte getragen haben und nicht mehr benötigt werden. Schneiden Sie diese möglichst nah am Boden ab.
Danach kontrollieren Sie die jungen Triebe.
Entfernt werden können:
- schwache Triebe,
- beschädigte Ruten,
- kranke Pflanzenteile,
- sehr dünne Triebe,
- ungünstig wachsende Ruten.
Kräftige und gesunde Jungtriebe bleiben erhalten.
Warum ein luftiger Himbeerstrauch wichtig ist
Ein zu dichter Himbeerbestand trocknet nach Regen oder Bewässerung langsamer ab. Dadurch können sich Krankheiten leichter ausbreiten.
Ein lockerer Aufbau verbessert dagegen die Luftzirkulation und sorgt dafür, dass die Blätter besser abtrocknen können.
Außerdem erleichtert ein übersichtlicher Bestand die Ernte im kommenden Jahr.
Himbeeren nach dem Schnitt weiter pflegen
Der Rückschnitt allein reicht nicht aus. Nach der Ernte sollten die Pflanzen weiterhin regelmäßig kontrolliert werden.
Achten Sie auf ausreichende Bodenfeuchtigkeit, insbesondere während längerer Trockenperioden.
Eine Mulchschicht aus geeignetem organischem Material kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden länger zu halten und gleichzeitig das Unkrautwachstum zu begrenzen.
Die Mulchschicht sollte jedoch nicht direkt an den Pflanzenstängeln liegen.
Himbeeren nach der Ernte düngen?
Nach der Ernte brauchen Himbeeren nicht automatisch eine starke Düngung. Entscheidend sind der Zustand der Pflanzen und die Nährstoffversorgung des Bodens.
Eine übermäßige Düngung kann mehr schaden als nutzen. Besonders bei Stickstoff sollte man vorsichtig sein, damit nicht unnötig viel weiches, spätes Wachstum angeregt wird.
Am besten orientiert sich die Düngung an den Bedürfnissen der Pflanzen und – wenn möglich – an einer Bodenanalyse.
Alte und kranke Ruten entfernen
Beim Schneiden sollten Sie besonders auf auffällige Ruten achten. Verfärbungen, ungewöhnliche Verdickungen oder andere Schäden können auf Krankheiten oder Schädlinge hindeuten.
Kranke Pflanzenteile sollten nicht einfach im Beet liegen bleiben. Entfernen Sie sie aus dem Bestand und entsorgen Sie sie entsprechend.
Bei einem starken Befall sollte zunächst die Ursache bestimmt werden, bevor Pflanzenschutzmaßnahmen eingesetzt werden.
Wie viele Ruten sollte man stehen lassen?
Die optimale Anzahl hängt von Sorte, Standort, Erziehungssystem und Platzangebot ab.
Grundsätzlich sollte der Bestand nicht zu dicht sein. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Ruten zu behalten, sondern kräftige und gesunde Triebe gezielt auszuwählen.
Bei Reihenpflanzungen werden häufig nur so viele Triebe belassen, dass die Pflanzen gut belüftet bleiben und genügend Licht erhalten.
Himbeeren richtig anbinden
Nach dem Rückschnitt ist ein guter Zeitpunkt, die verbliebenen Ruten zu kontrollieren und gegebenenfalls an einem Spalier oder einer geeigneten Rankhilfe zu befestigen.
So bleiben die Triebe aufrecht und wachsen geordnet.
Eine stabile Unterstützung erleichtert später außerdem die Ernte und verhindert, dass die Ruten unter dem Gewicht der Früchte stark zu Boden hängen.
Kann der richtige Schnitt für mehr Himbeeren sorgen?
Ein korrekter Rückschnitt kann wichtige Voraussetzungen für eine gute Ernte schaffen. Er allein garantiert jedoch keine große Fruchtmenge.
Für einen guten Ertrag spielen auch andere Faktoren eine Rolle:
- Standort und Licht,
- Wasserversorgung,
- Bodenqualität,
- Nährstoffversorgung,
- Sorte,
- Bestäubung,
- Krankheiten und Schädlinge,
- Witterung.
Die wichtigste Grundlage ist deshalb eine ganzheitliche Pflege der Himbeeren.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Wer Himbeeren nach der Ernte schneidet, sollte vor allem folgende Fehler vermeiden:
- Sommer- und Herbsthimbeeren gleich behandeln,
- alte Fruchtruten stehen lassen,
- alle jungen Triebe entfernen,
- den Bestand zu dicht wachsen lassen,
- mit stumpfer oder verschmutzter Schere arbeiten,
- kranke Ruten im Beet liegen lassen,
- nach dem Schnitt die Wasserversorgung vernachlässigen,
- zu viel Dünger ausbringen.
Mit wenigen gezielten Maßnahmen lässt sich der Himbeerbestand deutlich übersichtlicher und gesünder halten.
Fazit
Himbeeren nach der Ernte zu schneiden ist eine wichtige Pflegemaßnahme für die nächste Saison. Bei Sommerhimbeeren werden die abgeernteten zweijährigen Ruten entfernt, während kräftige neue Triebe für das kommende Jahr erhalten bleiben. Herbsthimbeeren benötigen dagegen einen anderen Schnitt.
Wer die Sorte kennt, alte und kranke Ruten entfernt und für einen lockeren, gut belüfteten Bestand sorgt, schafft gute Voraussetzungen für kräftige Pflanzen und eine reiche Himbeerernte im nächsten Sommer.
Zusätzlich sind eine ausgewogene Wasserversorgung, passende Nährstoffversorgung und regelmäßige Kontrolle auf Krankheiten wichtig. So bleiben die Sträucher vital und können ihre Energie gezielt in neue Triebe und Früchte investieren.