Merken: So legt man Weißkohl richtig ein – perfekt für Sarmale und Krautsalat

Eingelegter Weißkohl gehört in vielen Familien zu den beliebtesten Vorräten für den Winter. Er passt hervorragend zu deftigen Gerichten, kann als Salat serviert werden und ist eine wichtige Zutat für Sarmale, also gefüllte Kohlblätter.

Mit der richtigen Methode wird der Kohl angenehm knackig, aromatisch und nicht zu weich. Hier findest du ein traditionelles Grundrezept und wichtige Tipps für die Zubereitung.

Zutaten für eingelegten Weißkohl

Für eine klassische Salzlake brauchst du:

  • Weißkohl nach Bedarf,
  • Wasser,
  • Salz ohne Jod und möglichst ohne Zusätze,
  • optional einige Gewürze wie Lorbeerblätter, Pfefferkörner oder Kümmel,
  • optional Karotten für eine aromatische Variante.

Die genaue Menge der Salzlake hängt von der Größe des Gefäßes und der Menge des Kohls ab.

Welcher Kohl eignet sich zum Einlegen?

Am besten eignen sich feste, gesunde Weißkohlköpfe mit dichten Blättern.

Für Sarmale sind Kohlköpfe mit möglichst großen und biegsamen Blättern besonders praktisch. Die Blätter sollten sich später leicht ablösen und rollen lassen, ohne sofort zu reißen.

Beschädigte oder faulige Stellen sollten vollständig entfernt werden.

1. Kohl vorbereiten

Entferne die äußeren Blätter und schneide den Strunk vorsichtig aus.

Wenn du den Kohl hauptsächlich für Sarmale einlegen möchtest, kannst du die Köpfe möglichst ganz lassen. So bleiben die Blätter später groß und eignen sich besser zum Füllen.

Für Krautsalat kannst du den Kohl dagegen direkt fein hobeln oder schneiden.

2. Die Salzlake vorbereiten

Für eine klassische Lake wird Wasser mit Salz vermischt.

Als Orientierung kann eine Salzkonzentration von etwa 2–3 % verwendet werden. Das bedeutet beispielsweise etwa 20–30 g Salz auf 1 Liter Wasser.

Wichtig ist, das Salz vollständig im Wasser aufzulösen.

Für die Fermentation sollte kein stark jodiertes oder mit Zusätzen versehenes Salz verwendet werden, wenn eine traditionelle Milchsäuregärung gewünscht ist.

3. Kohl in das Gefäß geben

Lege die vorbereiteten Kohlköpfe dicht in ein sauberes Gärgefäß.

Je nach Geschmack können zwischen die Kohlköpfe Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Kümmel oder Karotten gegeben werden.

Anschließend wird die vorbereitete Salzlake darübergegossen.

Der Kohl muss vollständig von der Lake bedeckt sein.

4. Kohl unter der Lake halten

Dieser Schritt ist besonders wichtig.

Der Kohl sollte während der Fermentation ständig unter der Flüssigkeit bleiben. Teile, die aus der Lake herausragen, können leichter verderben oder Schimmel entwickeln.

Verwende bei Bedarf ein geeignetes Gewicht oder einen Fermentationsstein, damit der Kohl unter der Lake bleibt.

5. Fermentation abwarten

Nun beginnt die natürliche Milchsäuregärung.

Das Gefäß sollte an einem geeigneten Ort stehen, an dem die Fermentation kontrolliert ablaufen kann.

Während dieser Zeit können Bläschen entstehen und die Lake kann leicht trüb werden. Das ist bei einer aktiven Fermentation normal.

Die genaue Dauer hängt unter anderem von Temperatur, Salzgehalt und gewünschtem Geschmack ab.

Woher weiß man, dass der Kohl fertig ist?

Der eingelegte Kohl sollte angenehm säuerlich riechen und schmecken.

Die Blätter sollten noch Struktur haben und nicht vollständig weich oder matschig sein.

Je länger die Fermentation dauert, desto intensiver wird in der Regel der säuerliche Geschmack.

Wenn unangenehmer Fäulnisgeruch, starke Verfärbungen oder sichtbarer Schimmel auftreten, sollte der Inhalt nicht mehr verzehrt werden.

Eingelegter Kohl für Sarmale

Für Sarmale ist es besonders wichtig, dass die Kohlblätter weich genug zum Rollen, aber nicht zerfallen sind.

Wenn die Blätter zu salzig sind, können sie vor der Zubereitung kurz mit Wasser abgespült oder eingeweicht werden.

Danach lassen sie sich gut mit einer Füllung aus Reis, Fleisch oder einer vegetarischen Mischung füllen.

Die dicken Mittelrippen der Blätter können vorsichtig flacher geschnitten werden, damit sich die Kohlblätter leichter rollen lassen.

Eingelegter Kohl als Salat

Auch als Salat schmeckt fermentierter Weißkohl hervorragend.

Schneide die Blätter in dünne Streifen und vermische sie beispielsweise mit:

  • Karotten,
  • Zwiebeln,
  • etwas Pflanzenöl,
  • frischen Kräutern,
  • Kümmel oder Pfeffer.

Je nach Säure und Salzgehalt kann der Kohl vorher kurz abgespült werden.

Warum sollte der Kohl knackig bleiben?

Eine zu weiche Konsistenz kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem ungeeigneter Kohl, falsche Salzkonzentration, zu hohe Temperaturen oder eine problematische Fermentation.

Deshalb ist es wichtig, sauber zu arbeiten, die Salzmenge möglichst genau einzuhalten und den Kohl vollständig unter der Lake zu halten.

Häufige Fehler beim Einlegen von Weißkohl

Zu wenig Salz

Eine zu schwache Salzlake kann die gewünschte Fermentation beeinträchtigen und die Haltbarkeit negativ beeinflussen.

Zu viel Salz

Eine sehr salzige Lake kann die Fermentation verlangsamen und den Geschmack unangenehm salzig machen.

Kohl ragt aus der Lake

Das sollte unbedingt vermieden werden. Alles muss möglichst vollständig unter der Flüssigkeit bleiben.

Unsaubere Gefäße

Sauberkeit ist bei der Fermentation besonders wichtig. Gefäß, Hände und verwendete Utensilien sollten gründlich gereinigt sein.

Zu warme Lagerung

Eine zu hohe Temperatur kann die Fermentation beschleunigen und die Qualität des Kohls beeinträchtigen.

Tipps für besonders guten Sauerkohl

Verwende frischen, festen Weißkohl und hochwertiges Salz. Achte darauf, dass der Kohl vollständig von der Lake bedeckt ist.

Kontrolliere während der Fermentation regelmäßig den Zustand des Gefäßes und achte auf ungewöhnliche Gerüche oder sichtbare Veränderungen.

Nach Abschluss der gewünschten Fermentation sollte der Kohl kühl gelagert werden.

Fazit

So eingelegter Weißkohl ist eine hervorragende Grundlage für Sarmale, Salate und viele herzhafte Gerichte. Mit einer richtig angesetzten Salzlake, sauberem Arbeiten und ausreichend Zeit für die Fermentation erhältst du aromatischen, angenehm säuerlichen und knackigen Kohl.

Besonders für Sarmale lohnt es sich, ganze Kohlköpfe einzulegen, damit die Blätter später groß und flexibel bleiben. Für Salate kann der Kohl dagegen bereits geschnitten fermentiert werden.

Wer einige grundlegende Regeln beachtet – vor allem die richtige Salzmenge und das vollständige Bedecken mit Lake – kann sich über einen köstlichen traditionellen Vorrat freuen.

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